Lifestyle: eine Funkuhr ist mehr als ein modisches Accessoire

| 9. August 2013

Nicht nur für Menschen, die großen Wert auf Pünktlichkeit legen, ist die Funkuhr zu einem wichtigen und nützlichen Accessoire geworden. Schließlich gibt es auch genügend Berufe, in welchen es auf jede Minute ankommt. Sie setzen deshalb gern auf eine Funkuhr, die ganz automatisch die Zeit bis auf die Sekunde genau anzeigt. Selbst bei Computernetzwerken, die komplexe Vorgänge steuern, sind Funkuhren gefragt. Der Grund: Nicht jeder Rechner zeigt dieselbe Zeit an. Selbst Abweichungen von wenigen Sekunden können sich in der Summe verhängnisvoll auswirken. Um das zu umgehen, wird eine Funkuhr an das Netzwerk angeschlossen, die den einzelnen Rechnern die Zeit vorgibt.

Bild 1: Funkuhr, Screenshot, christ.de

Bild 1: Funkuhr, Screenshot, christ.de

Wie funktioniert eine Funkuhr?

In Mainflingen bei Frankfurt messen drei Atomuhren der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt mit Sitz in Braunschweig unabhängig voneinander die Zeit. Nachdem diese Signale verglichen wurden, sendet die Hauptuhr ein Signal aus, das von den Funkuhren innerhalb eines Umkreises von 2.000 Kilometern empfangen werden kann. Nachdem die Uhr das Signal empfangen hat, gibt sie automatisch die korrekte Zeit wieder. Für den Besitzer der Funkuhr ist das natürlich enorm praktisch: Er spart sich das lästige Aufziehen des Uhrwerks, was die Voraussetzung dafür ist, dass eine mechanische Uhr funktioniert. Auch lästige Verspätungen, weil die Uhr die falsche Zeit anzeigt, sind dank der Funkuhr praktisch ausgeschlossen. Auch das manuelle Umstellen von Winter- auf Sommerzeit können sich die Besitzer von Funkuhren sparen. Der einzige Nachteil der Funkuhr besteht darin, dass sie sich nicht manuell stellen lässt.

neue Zeitrechnung

Bild 2: neue Zeitrechnung, acka 64

Seit wann gibt es Funkuhren?

Der Ingenieur Wolfgang Hilberg hat das System der codierten Übertragung von Zeitsignalen an Funkuhren 1967 zum Patent angemeldet. Nachdem er fünf Jahre später eine Professur für Elektrotechnik von der Technischen Hochschule Darmstadt erhalten hatte, entwickelte er schließlich die ersten Funkuhren. Die Atomuhren bei Frankfurt wurden 1973 in Betrieb genommen.

Ähnliche Einrichtungen gibt es in Japan, den USA und in Großbritannien. Reisende waren allerdings im Ausland lange auf konventionelle Uhren angewiesen. Denn die ausländischen Zeitsignalsender nutzen andere Funkfrequenzen, sodass Uhren, die für den kontinentaleuropäischen Markt gebaut wurden, diese Signale nicht empfangen konnten. Funkuhren der neuesten Generation sind allerdings dafür ausgelegt, unterschiedliche Zeitsignale zu empfangen.

In den ersten Jahren wurden nur relativ wenige Funkuhren produziert, die fast ausschließlich von Profis genutzt wurden und entsprechend teuer waren. Als Pionier für den Massenmarkt gilt das Unternehmen Telefunken: 1986 wurde die IC-Funkuhr vorgestellt, nach deren Vorbild Funkuhren nun relativ günstig hergestellt werden konnten. Weitere Hersteller der ersten Stunde sind Kundo und Junghans. Dieser traditionelle Uhrenhersteller ist sogar auf dem Münchner Oktoberfest vertreten: Nachdem der Löwenbräu-Festwirt einmal ein paar Minuten zu früh angezapft hatte, bekam er eine Junghans geschenkt, um dieses Malheur künftig zu vermeiden.

Bildquelle: Harry Sochor (Bild 1, Funkuhr, Screenshot), acka64 (Bild 2, neue Zeitrechnung) / pixelio.de

Kategorie: Büro, Business, Marketing, Ratgeber, wohlfühlen

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Über mich: Ich bin der Gründer von JournalExpert.de. Ich komme aus dem Großraum Frankfurt am Main. Beim Schreiben inspirieren mich hauptsächlich skurrile und nützliche Themen. Mich bewegt und prägt die Internet & Technik Branche.

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