Pubertät: Bei Mädchen und Jungen entwickeln sich die Gehirne gegensätzlich

| 28. Mai 2014 | 0 Kommentare

Pubertät: Bei Mädchen und Jungen entwickeln sich die Gehirne gegensätzlich

Jugendliche in der Pubertät befinden sich eine ganze Zeit lang in einem Ausnahmezustand. Während der einzelnen Phasen durchläuft das gesamte Gehirn einen Umbauprozess. Wobei bei Mädchen und Jungen sich die Gehirne gegensätzlich entwickeln. Eine aktuelle Studie zeigt jetzt neue Erkenntnisse über gesundheitliche, soziale und psychische Unterschiede bei Männlein und Weiblein.

Der bedeutenste Unterschied findet sich hier in der Durchblutung weiblicher und männlicher Gehirne. So fanden Experten schon vor Jahren heraus, dass bei erwachsenen Frauen die Gehirndurchblutung wesentlich stärker ist als bei Männern. Kinder hingegen weisen eine doppelt so starke Hirndurchblutung aus als Erwachsene.

Messbare Veränderungen in Mädchen-Köpfen

Experten wollten jetzt aber herausfinden, wann die Veränderungen im Gehirn stattfinden und welche Auswirkungen diese mit sich bringen. Bei 922 Jugendlichen im Alter zwischen 8 und 22 Jahren wurden somit die Blutströme im Hirn gemessen. Diese Untersuchung fand in verschiedenen Pubertätsphasen statt. Mit Hilfe von MRT-Aufnahmen fanden die Forscher so heraus, dass die Durchblutung in den Gehirnen von Mädchen und Jungen bis zu einem Alter von 12 Jahren noch gleichermaßen sinkt.

In der mittleren Pubertätsphase, mit etwa 16 Jahren, macht sich dann aber die erste Veränderung bemerkbar. Während bei den männlichen Jugendlichen die Hirndurchblutung weiter abnimmt, steigt diese bei den Mädchen bereits leicht an. In späteren Phasen der Pubertät nimmt diese Steigerung beim weiblichen Geschlecht weiter zu.

Erklärung für soziales Verhalten und höheres Depressions-Risiko bei Frauen

Vor allem in den Hirnregionen, die für das Sozialverhalten und für die Gefühlswelt zuständig sind, zeigten sich gravierende Unterschiede bei den pubertierenden Mädchen und Jungen. Geschlechtsspezifische Veränderungen in der Gehirndurchblutung scheinen somit mit der Pubertät verbunden zu sein. So ließe sich auch erklären, warum bei Frauen soziale Bindungen und die Gefühlsebene stärker entwickelt sind.

Zumal dies auch gleichzeitig die Erklärung dafür sein kann, warum, dass weibliche Geschlecht häufiger mit Angstzuständen, Depressionen und Affektstörungen zu kämpfen hat. Diese neuen Erkenntnisse sollen jetzt in die Erforschung von psychischen Krankheiten einfließen, denn meist kommt es zu solchen psychischen Leiden erst nach der Pubertät. (Quelle: t-online.de/AFP/tze)

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Kategorie: Gesundheit, News

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