Wissen&Techniker: Wie soziale Medien die Kreditbewilligung beeinflussen – Datenspionage 2.0

| 21. Januar 2014 | 0 Kommentare

Die klassische Kreditaufnahme läuft nach bekannten Mustern ab: Der Kreditnehmer stellt eine Anfrage, das Kreditinstitut führt einen Bonitätscheck durch und trifft dann seine Entscheidung. Dass dabei jedoch auch unkonventionelle Methoden angewendet werden, ist vielen Kunden nicht bekannt.

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Kurios: Facebook als Anlaufpunkt

Wer einen Kredit benötigt, findet auf Plattformen wie www.pinaro.de schnell eine erste Übersicht. Bevor es allerdings an nackte Zahlen wie Laufzeit und Jahreszins geht, sollte man sicherstellen, dass die sozialen Medien nicht zu viele persönliche Informationen preisgeben. Wie kürzlich bekannt wurde, können Facebook-Profile dem Kreditgeber nämlich Aufschluss über dessen Bonität geben – die Frage nach Fluch oder Segen stellt sich da wohl nicht mehr. Denn selbst bei Profilen, die die Entscheidung positiv beeinflussen, muss die Frage erlaubt sein, ob dieses Vorgehen im Sinne des Erfinders ist.

Gegenmaßnahmen einleiten – aber wie?

Der Verbraucherschutz ist längst informiert und betrachtet das Geschehen mit Argusaugen. Viel dagegen machen kann man jedoch nicht, da der Research über nicht-offizielle Wege läuft und somit kaum kontrollierbar ist. Und die Facebook-Recherche ist längst nicht alles. Auch andere globale Plattformen wie eBay dienen als Informationsquelle, beispielsweise bei der Käuferbewertung, die Aufschluss über Zahlungsfähigkeit und –moral gibt. Die sogenannte „starke Voraussagekraft“ sozialer Medien entscheidet auf diese Weise über Wohl und Wehe bei Kreditentscheidungen. Dass die Facebook-Aktie parallel weiter steigt, dürften viele Kunden vor diesem Hintergrund als bittere Ironie empfinden. Denn eine Besserung ist bislang nicht in Sicht.

Mehr Transparenz auf Seiten der Banken

In den USA läuft die Bonitätsdurchleuchtung per Social Media übrigens schon längst ganz offiziell ab. So müssen Kunden bei einigen Kreditgebern einwilligen, dass ihre Accounts bei Facebook, Twitter, tumblr und Co. zur Entscheidung beitragen dürfen. Die Begründung seitens der Kreditgeber: Soziale Medien liefern ein viel genaueres Bild vom Kreditnehmer, als es die traditionellen Wege zulassen. Übrigens: Antragsteller dürfen den Facebook-Check auch verweigern; ein direktes Ausschlusskriterium ist das zwar nicht, jedoch sinken die Chancen auf Bewilligung dann rapide ab. Auf Kreditnehmer kommen somit neue Zeiten zu. Darüber hinaus könnte diese Methodik Einfluss auf den gesamten Finanzmarkt nehmen. Die geplante weitere Auflockerung des Bankengeheimnisses ist somit nicht mehr das einzige, um das sich Sparer, Anleger und Kreditnehmer Sorgen machen müssen.

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Kategorie: Büro, Business, Marketing, Ratgeber, Versicherung

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Über mich: Ich bin der Gründer von JournalExpert.de. Ich komme aus dem Großraum Frankfurt am Main. Beim Schreiben inspirieren mich hauptsächlich skurrile und nützliche Themen. Mich bewegt und prägt die Internet & Technik Branche.

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