Neue Therapieformen sollen die Folgen der rheumathoiden Arthritis stoppen

| 13. Oktober 2013 | 0 Kommentare

Neue Therapieformen sollen die Folgen der rheumathoiden Arthritis stoppen

1,5 Millionen Menschen in Deutschland leiden inzwischen an einer rheumathoiden Arthritis, auch Rheuma genannt. Nicht nur ältere Herrschaften haben mit dieser schmerzhaften Krankheit zu kämpfen, denn auch 15.000 Kinder leiden hier Tagein, Tagaus an den Symptomen von Rheuma. Nach, wie vor spricht hier auch die Rheumaforschung noch lange nicht von Heilung. Dennoch ist es zu wenig lediglich stets nur die Schmerzen in den entzündlichen Gelenken in Schach zu halten. Neue Therapieformen sollen dafür sorgen, dass die Folgen von Rheuma gestoppt werden können.

Gicht, Arthrose, Arthritis – es gibt mehr als 100 verschiedene Erkrankungen des Bewegungsapparates, die mit Schmerzen, Entzündungen und Einschränkungen des Bewegungsapparates in Zusammenhang stehen. Zu diesen Krankheiten gehört auch die rheumathoide Arthritis, im Volksmund als Rheuma bezeichnet. Symptome können hier schmerzhafte Schwellungen an mindestens drei Gelenke sein, die in der Regel länger als 6 Wochen anhalten und vor allem am Morgen durch dauerhafte Steifheit sehr belasten. Hierbei handelt es sich um eine chronische Entzündung.

Überaktives Abwehrsystem attackiert den Bewegungsapparat

Rheuma gehört zu den Autoimmunerkrankungen, denn die Entzündung wird durch ein überaktives Abwehrsystem hervorgerufen. Frauen trifft diese Krankheit weitaus häufiger als Männer, wobei viele Betroffene dann zwischen 50 und 60 Jahre alt sind. Durchaus können aber auch Kinder von Rheuma betroffen werden, ca. 15.000 Kinder und Jugendliche haben heute unter dieser Erkrankung zu leiden.

Da Mediziner inzwischen die molekulären Abläufe und auch das Entzündungsgeschehen kennen, setzt die neue Therapie heute auf Schadensbegrenzung und Linderung. Die moderne Behandlung von Rheuma greift somit direkt in das Entzündungsgeschehen ein und hemmt außerdem das Fortschreiten.

Bereits nach spätestens 12 Wochen, nach den ersten Beschwerden, sollten Patienten die ersten Medikamente einnehmen. Nur so können die Gelenke und ihre Funktionsfähigkeit weiter bestehen. Moderne Arzneimittel sind inzwischen in der Lage die Entzündungen in den Gelenken zu stoppen, eine enge Kontrolle ist hierfür notwendig, denn Rheuma-Medikamente greifen nicht nur ins Immunsystem ein, sondern besitzen leider auch allerlei Nebenwirkungen. Neben einer medikamentösen Behandlung gehört auch regelmäßige Bewegung stets zu einer erfolgreichen Therapie, denn die kranken Gelenke müssen bewegt werden. Gelenkschonender Sport, wie Walking, Radfahren, Schwimmen kann da sehr hilfreich sein, wobei viele Mediziner inzwischen auch auf gezieltes Muskeltraining setzen. Eine kräftige Muskulatur ist im Stande die entzündlichen Gelenke zu unterstützen und zu entlasten, wobei Patienten diesen Sport aber stets nur unter physiotherapeutischer Anleitung genießen sollten.

Natürlich gehören neben Medikamente, die die Entzündung in den Gelenken unterdrücken auch Schmerztherapien zur Behandlung. Welche Präparate hier zum Einsatz kommen ist von Rheuma-Patient zu Rheuma-Patient unterschiedlich. Während einigen da Ibubrofen-Tabletten helfen, müssen andere auf Kortison-Spritzen setzen.

Das Abwehrsytem besänftigen

Das wichtigeste Medikament bei einer Rheuma-Behandlung ist stets ein Blocker. Diese hemmen die Aktivität und die Vermehrung der Abwehrzellen. Vor allem das Medikament Methotrexat, kurz MTX, hat hier schon seit einiger Zeit bei den Rheuma-Patienten die Nase vorn, denn dieses Arzneimittel besitzt die wenigsten Nebenwirkungen. Da diese Mittel aber erst nach 4 -6 Wochen ihre Wirkungskraft zeigen, kommt allzu oft auch noch Kortison zum Einsatz, wobei es auch möglich ist MTX mit zwei Biologika zu kombinieren.

Inzwischen kommt heute sogar eine Chemotherapie bei ganz schweren Rheuma-Patienten zum Einsatz. So wird hier ein ganz neues Abwehrsystem gestartet, so dass alles wieder auf Anfang gesetzt wird. Diese Behandlungsmethode kommt aber nur bei Rheuma-Patienten zum Einsatz, wo alle anderen Mittel bereits versagt haben oder aber die Krankheit schon enorm vorangeschritten ist.

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Foto oben: pixelio.de/Uta Herbert

Foto unten: pixelio.de/Dr.Klaus-Uwe Gerhardt

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Kategorie: Gesundheit, News

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