Narzissten leben oft lange gut mit ihrer Persönlichkeitsstörung

| 16. Dezember 2013 | 1 Kommentar

Narzissten leben oft lange gut mit ihrer Persönlichkeitsstörung

Oft leben Narzissten lange gut mit ihrer Persönlichkeitsstörung. Doch irgendwann kommt hier das große Erwachen. Sucht, Stress und Einsamkeit werden bittere Realität. Aber, wo sollen diese Menschen dann die nötige Hilfe finden? Schließlich halten sie sich doch stets selbst für die Besten.

Die Frau bat ihren Ehemann immer wieder, während einer gemeinsamen Autofahrt, angsamer zu fahren. Der Mann hingegen drückte stattdessen das Gaspedal noch weiter durch. Es kam wie es kommen musste, der Wagen überschlug sich. Während der Mann lediglich einen Schock erlitt, wurde die Frau schwer verletzt. Nach zig Operationen litt sie immer noch unter unsagbar schweren Schmerzen, ihr Gesicht war entstellt. Auch der Mann kam mit dieser Situation gar nicht klar und sucht sich Hilfe bei einem Therapeuten. Als der Fachmann nach dem Grund seines Besuches fragt, antwortete der Mann unter Tränen: “ Wie stehe ich jetzt da, mit einer Frau, mit der ich mich jetzt schämen muss?“

Dies ist ein Ausschnitt aus einem Buch von Reinhard Haller. Der Psychotherapeut behandelt hier das Thema Narzissmus. Auf dem ersten Blick sind diese Menschen oftmals faszinierend. Sie sind in der Lage andere für sich einzunehmen. Lernt man diese Sorte Mensch aber näher kennen, findet man schnell heraus, dass sie geprägt sind von Kaltherzigkeit und Egoismus. Sie nehmen keine Rücksicht auf andere Menschen, bei Kränkung können sie tagelang beleidigt schweigen. Ihr Selbstmitleid hingegen kennt keinerlei Grenzen.

Narzissten sind oft undurchschaubar

Gäbe es den Narzissmus nicht, sähe die Welt wahrscheinlich ganz anders aus. Große Erfindungen oder andere Rekordleistungen gäbe es gar nicht. Zig Selbstmörder würden ihr Leben heute noch genießen, Diktaturen wären nie geschehen und allerlei Familientragöden nie passiert. Narzsissten wollen Macht und Ruhm, ohne Rücksicht auf Verluste. Sie sind selbstbewusst, wissen immer alles besser, sind leistungsstark, eingebildet, besitzen ein vorbildliches Benehmen und frönen außergewöhnlichen Hobbys. Der pedantische Narzisst hingegen ist schwer durchschaubar. Er hinterfragt alles, fragt ständig um Rat und will unter keinen Umständen ein Risiko eingehen.

Die Suche nach Hilfe dauert lange

Narzissmus und Sucht ähneln sich ungemein. Auch der Narzissmus beginnt in Gesellschaft und enet irgendwann in völliger Einsamkeit. Sowohl die Ich-Sucht, als auch, z. B, die Drogensucht verlaufen so. Mit einem Narzissten an seiner Seite halten es viele Menschen nicht allzu lange aus. Während der Drogensüchtige nach seinem Stoff giert, ist der Narzisst süchtig nach Bestätigung. Eine narzisstische Persönlichkeitsstörung ist nicht heilbar. Lediglich an der Kritikfähigkeit und Rücksichtsnahme kann gearbeitet werden. Dafür müssen sich diese Menschen aber auch gezieltHilfe suchen. Viele nehmen diese erst in Anspruch, wenn sie kurz vor dem Abgrund stehen oder aber die eigene Ehefrau ihnen die Pistole auf die Brust setzen. (Quelle: FAZ/Julia Lauer)

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Kategorie: Gesundheit, News

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Kommentare (1)

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  1. Über diesen Fachartikel wundere ich mich sehr. Insbesondere das Wort „unheilbar“ lässt mich aufschrecken, da ich das Gegenteil (mehrfach) erlebt habe. Diagnosen sind nicht in Stein gemeißelt, sondern ausschließlich Momentaufnahmen. Lässt sich denn „der Narzisst“ einfach verallgemeinern? Ist nicht jeder Mensch ein einzigartiges und unverwechselbares Wesen mit Stärken und Schwächen, Vorlieben und Abneigungen? Übrigens: Schwarz-Weiß-Denken, so wie es im Artikel sichtbar ist, wird häufig als typisches Merkmal narzisstischer Ausprägung zitiert. Besser und besser!

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