Wo Kassenpatienten mit Wartezeiten rechnen müssen und Privatpatienten stets die Nase vorn haben

| 3. August 2013 | 0 Kommentare

Wo Kassenpatienten mit Wartezeiten rechnen müssen und Privatpatienten stets die Nase vorne haben

Kassenpatient oder doch eher Privat versichert? Einer aktuellen Studie zufolge müssen Kassenpatienten in Bayern rund 17 Tage länger auf einen Termin beim Arzt warten als Privatpatienten. Ungeheuerlich, aber trotzdem wahr. Anscheinend ist der Geldbeutel doch wichtiger als das Wohl der Patienten.

Wer einen Termin beim Arzt benötigt, muss erst einmal die Frage beantworten, ob er Kassen-oder Privatpatient ist. Die Antwort entscheidet dann über Wochen, denn bei einer aktuellen Studie kam heraus, dass Kassenpatienten rund 17 Tage länger auf einen Arzttrmin warten müssen als privat Versicherte.

Vor allem Kassenpatienten, die im Norden Bayerns leben, müssen immer wieder eine enorme Geduld beweisen. So warten in Aschaffenburg gesetzlich Versicherte ca. 39 Tage auf einen Termin bei einem Arzt, während Privatpatienten bereits in 9 Tagen zum Arzt vorgelassen werden. Spitzenreiter ist Aschaffenburg aber damit noch lange nicht, denn hier hat Würzburg die Nase vorn. Gleich 41 Tage dürfen gesetzlich Versicherte sich hier in Geduld üben und warten somit glatte 4 Wochen länger als Privatpatienten, denn diese erhalten bereits nach 13 Tagen einen Arzttermin.

Wesentlich geringer hingegen sind die Unterschiede in Süd-Bayern. In München warten Kassenpatienten etwa 12 Tage länger als Privatpatienten, in Landshut 10 Tage und in Rosenheim 9 Tage länger.

In insgesamt 610 Facharztpraxen fragten Testanrufer nach einem Termin. So gaben sich die Teilnehmer erst als Privatpatient und dann als Kassenpatient aus. Die Studie zeigte, dass hier anscheinend doch das Zweiklassensystem greift, auch wenn viele Mediziner genau das immer wieder bestreiten. In jeder Arztprxis mussten Kassenpatienten sich mit längeren Wartezeiten abfinden, während Privatversicherte schon nach wenigen Tagen zum Mediziner vorgelassen wurden. Der Verdacht liegt nahe, dass vielen Ärzten der eigene Geldbeutel doch wichtiger ist als die Gesundheit ihrer Patienten.

Mediziner bekommen für die Behandlung von Privatpatienten im Schnitt das 2,5-fache Honorar. In Deutschland sind 85 Prozent der Menschen gesetzlich versichert, 11 Prozent hingegen privat. Eine einheitliche Honorarordnung wäre durchaus angebracht, denn das wäre der erste Schritt für mehr Gerechtigkeit.

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Foto oben: pixelio.de/Rainer Sturm

Foto unten: pixelio.de/ Matthias Preisinger

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Kategorie: Gesundheit, News

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