Zig Arzneimittel für Kinder wurden nicht für ihre Altersklasse getestet

| 15. September 2013 | 0 Kommentare

Zig Arzneimittel für Kinder wurden nicht für ihre Altersklasse getestet

Fünfzig Prozent der Arzneimittel, die Kinder im Laufe ihres jungen Lebens einnehmen, wurden nicht für ihre Altersklasse getestet. Hersteller müssen seit 5 Jahren Neuzulassungen prüfen, wobei ältere Medikamente auf dem Markt, aber nicht noch einmal geprüft werden.

Medikamente helfen nicht nur Erwachsenen bei gesundheitlichen Beschwerden, auch Kinder müssen allzu oft aus verschiedenen Gründen eine Arznei zu sich nehmen. Neben der erwünschten Wirkungsweise sollen diese Präparate aber natürlich nicht noch zusätzlich den kleinen Organismus belasten oder gar für noch mehr Schaden sorgen. Schließlich haben diverse Arzneimittel bei Kindern oft eine ganz andere Wirkung, als bei einem Erwachsenen, denn der kleine Körper befindet sich doch noch in der Entwicklung.

Was kaum jemand weiß, nur 50 Prozent aller Arzneimittel, die allzu häufig bei Kindern zum Einsatz kommen, sind für diese Altersklasse überhaupt getestet worden. Erst seit 5 Jahren sind Pharma-Produzenten dazu verpflichtet Medikamente für die entsprechende Altersgruppe zu prüfen. Wird diese EU-Richtlinie nicht ernst genommen, erhält der Hersteller keine Zulassung für sein Präparat. Diese Regel gilt für alle Neuzulassungen, befreit sind lediglich sogenannte Generika, denn hierbei handelt es sich um wirkstoffgleiche Produkte zum Original.

Jedes fünfte Medikament für Kinder ist ungeprüft

Trotz der EU-Richtlinie ist aber auch heute noch jedes fünfte Medikament ungeprüft, denn ältere Produkte, welche sich bereits im Handel befinden, werden nicht noch einmal in diesem Bereich getestet. So finden sich für weitverbreitete Kinderkrankheiten zwar zahlreiche, geprüfte Arzneien auf dem Markt, bei schweren Krankheiten müssen Mediziner aber häufig experimentieren. Vor allem die Behandlung von Neugeborenen gestaltet sich da sehr schwierig. Bekommt ein Kind ein Medikament, welches nicht für sein Alter bestimmt ist, verantwortet dies der behandelnde Arzt. Er trägt die alleinige Verantwortung, wobei der kleine Patient zum Versuchskaninchen wird.

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Foto oben:pixelio.de/Paul-Georg Meister

Foto unten:pixelio.de/S. Hofschlaeger

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Kategorie: Gesundheit, News

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