Zeckenstich: Bei Verdacht auf Borreliose ist ein kostspieliger Labortest oft überflüssig

| 22. März 2015 | 0 Kommentare
Zeckenstich: Bei Verdacht auf Borreliose ist ein kostspieliger Labortest oft überflüssig

Zeckenstich: Bei Verdacht auf Borreliose ist ein kostspieliger Labortest oft überflüssig

Nach Experten-Ansicht greifen Deutschlands Ärzte viel zu schnell und häufig zu kostspieligen Labortests, wenn es um den Verdacht auf Borreliose geht. Eine intensive Befragung des Patienten und ein intensiver Blick auf die Einstichstelle reichen meist aus, um die bakterielle Erkrankung zu erkennen.

Labordiagnostik häufig schlichtweg unnötig

Die deutsche Borreliosegesellschaft ist der Ansicht, dass viel zu viele Mediziner bei einem Borreliose-Verdacht gleich einen Labortest veranlassen. Diese Tests sind sehr kostspielig und auch ohne Laboranalyse lässt sich doch meist schnell erkennen, ob ein Patient nach einem Zeckenstich infiziert wurde. In den meisten Fällen kommt es schon nach kurzer Zeit zu einem roten Ring bzw. Fleck um die Einstichstelle, so dass eine Laboranalyse eigentlich völlig unnötig ist. Eine intensive Patienten-Befragung, sowie eine genaue Blickdiagnostik sind nach der Expertenmeinung vollkommen ausreichend, um Borreliose zu erkennen.

Gegen Borreliose gibt es keine wirksame Impfung

Sticht eine infizierte Zecke seinen Wirt, gelangen die Bakterien in den nächsten 24 Stunden ins Blut, die sogenannten Borrelien. Ein roter Ring bzw. Fleck, sowie Gelenk- und Muskelschmerzen gehören hier dann zu den häufigsten Borreliose-Symptomen. Zudem kann der Infizierte unter Fieber, Nachtschweiß und Erschöpfungszustände leiden. Eine Behandlung mit Antibiotika kann hier helfen, muss aber schnell in Angriff genommen werden. Bleibt Borreliose unbehandelt oder wird nur unzureichend therapiert, kann dies schwere, chronische Symptome bedeuten.

Nur gegen die Viruserkrankung FSME, die auch durch Zecken übertragen wird, kann der Mensch sich schützen. Hier gibt es Schutzimpfungen. Wohingegen gegen Borreliose noch kein Impfstoff entdeckt wurde.

2014 gab es in Ostdeutschland rund 5000 Borreliose-Fälle

Borreliose zählt in Deutschland zu den häufigsten Erkrankungen, die von Zecken übertragen werden. Diese Blutsauger gehören daher zu den gefährlichsten Tieren in unserer Republik. 2014 wurden im Osten Deutschlands rund 5000, solcher Fälle erfasst. In diesem Jahr waren es bereits 250 Erkrankte. Schätzungsweise gibt es in der BRD jedes Jahr Zehntausende, die mit diesen Bakterien infiziert werden. Genaue Zahlen können bisher nicht genannt werden, denn für Borreliose gibt es nicht überall eine Meldepflicht.

Die richtigen Schutzmaßnahmen vor den gefährlichen Blutsaugern

Gerade bei Spaziergängen und Wanderungen sollten daher vorab Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden. Lange Kleidung sollte auch bei hohen Temperaturen getragen werden. Auch ein Mückenschutzmittel, welches auch gegen Zeckenstiche schützt, gilt es zuvor auf die gesamte Haut aufzutragen. Nach dem Aufenthalt im Freien, empfiehlt sich dann den gesamten Körper nach den kleinen Blutsaugern abzusuchen. Findet sich eine Zecke, sollte diese schnell entfernt werden, denn Borreliose überträgt die Zecke innerhalb von 24 Stunden. Ist der Blutsauger entfernt, sollte die Einstichstelle außerdem ausreichend desinfiziert werden. ( Quelle: süddeutsche.de/dpa)

Zecke auf einer HandFoto oben und unten: Pixelio.de/Thorben Wengert

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Kategorie: Gesundheit, News

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