Wenn Sport süchtig macht und die Gesundheit schädigt, anstatt sie aufzubauen

| 13. November 2013 | 0 Kommentare

Wenn Sport süchtig macht und die Gesundheit schädigt, anstatt sie aufzubauen

Dieses Phänomen ist so gut wie gar nicht erforscht und somit auch in keinem Diagnosehandbuch vertreten. Sportsucht gibt es aber dennoch, wobei dahinter eine gestörte Selbstwahrnehmung oder auch ein Trauma stecken kann. Oftmals riskieren die Betroffenen hier ihre Gesundheit und schießen viel zu weit über das Ziel hinaus.

Anfangs waren es da lediglich ca. 3 bis 4 Kilometer, die zweimal in der Woche zurückgelegt wurden, um fit zu bleiben und ein paar überflüssige Pfunde loszuwerden. Mit der Zeit wurde die Strecke immer länger, täglich lief die junge Frau zig Kilometer und bekam Magenschmerzen und litt unter nervöser Unruhe, wenn das Lauftraining mal nicht in den Tagesplan passte.

Sobald ein mensch einen zwanghaften Drang verspürt Sport zu treiben, ist das nicht normal und die Alarmglocken sollten in den höchsten Tönen schrillen. Schon jetzt kann man durchaus von einer Sucht sprechen, wobei Sportsucht zu den Verhaltenssüchten gezählt wird. Genau, wie bei der Kaufsucht ist aber auch diese Sucht kaum erforscht.

Suchtgefahr bei jedem 20. Sportler

Eine aktuelle Studie, wo 1089 weibliche und männliche Sportler mitmachten, zeigte jetzt, dass etwa jeder 20. Sportbegeisterte Gefahr läuft süchtig nach seinem Training zu werden. Ausdauersportler haben hier das größte Risiko, wobei aber auch Kraftsportler oft nicht wissen, wann das Maß voll ist. Zudem sind auch Menschen gefährdet, die unter Körperwahrnehmungsstörungen leiden, wie Magersüchtige.

Sport bestimmt das Leben

Sport macht sich vor allem dadurch bemerkbar, dass die ausgeübte Sportart plötzlich das Leben bestimmt. So trainieren diese Menschen nicht, weil sie Lust darauf haben, sondern weil sie einen unkontrollierten Drang dazu verspüren. Kontinuierlich wird dabei die Dosis erhöht, wobei Verzicht auch hier zu Entzugserscheinungen führen kann. Magenschmerzen, Depressionen, Nervosität und Kopfschmerzen können die Folgen sein.

Das exzessive Trainingsverhalten führt irgendwann unweigerlich zu gesundheitlichen Schäden, denn der Körper findet nicht mehr ausreichend Zeit um zu regenerieren. Die ständige Überbelastung kann das Abwehrsystem schwächen, Herzkreislauferkrankungen hervorrufen und Geleke, Sehnen und Knochen verschleißen.

Viele Sportsüchtige trainieren oft auch, wenn sie verletzt oder krank sind. Unter Umständen spielen sie hierbei sogar mit ihrem Leben, wobei auch die psychosozialen Konsequenzen den Sportler enorm belasten können. Die Betroffenen stehen ständig unter Strom, kommen niemals zur Ruhe und stehen sogar in der Nacht auf, um ihr Trainingsprogamm zu absolvieren. Freunde und Familie werden auf das Abstellgleis gestellt, denn diese Menschen interessieren sich nur noch für den Sport. Sport ist aber auch nur gesund, wenn der Sportler weiß, wann Schluss ist. Wer hier über das Ziel hinausschießt, lebt keineswegs gesünder, sondern belastet seine Gesundheit sehr.

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Foto oben:pixelio.de/Y

Foto unten: pixelio.de/Rike

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Kategorie: Gesundheit, News

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