Warum leiden manche Menschen unter Reiseübelkeit und was hilft gegen die üble Reisekrankheit?

| 13. Juli 2013 | 0 Kommentare

Warum leiden manche Menschen unter Reiseübelkeit und was hilft gegen die üble Reisekrankheit?

Schiffsreisende übergeben sich auf ihrer Überfahrt, Kindern wird im Auto plötzlich schlecht und Kinobesucher klagen nach dem spannende 3D-Film über extremes Unwohlsein. Die Ursache ist überall gleich und nennt sich schlichtweg Reisekrankheit. Fast jeden Menschen hat es schon einmal getroffen, aber warum leiden manche Menschen unter Reiseübelkeit? Gibt es dagegen ein Mittel?

Eine ganz normale Seereise kann auch bei schönem Wetter schnell zum absoluten Horrortrip werden, denn die Reisekrankheit kann einem Menschen sehr schwer zu schaffen machen. So mancher Betroffene wünscht sich da gar den Tod, so schlecht geht es ihm.

In der Regel beginnt die Reisekrankheit ganz harmlos. Viele Passagiere bemerken die ersten Anzeichen nicht einmal, denn anfangs fühlen sich Betroffene nur sehr müde und lustlos. Alsbald folgen aber Schweißausbrüche und einige Zeit später kommt es zur extremen Übelkeit samt Brechreiz. Viele Betroffene können weder Nahrung, noch Flüssigkeit in sich behalten, wobei die Reisekrankheit aber nicht nur Seereisende treffen kann. Auch im Auto, im Flugzeug oder bei einem Kinobesuch kann es zu Reiseübelkeit kommen.

Überall diesselbe Ursache

Flugkrankheit, Seekrankheit, Übelkeit im Auto, in der Bahn oder im Kino, die Ursache ist immer diesselbe. Experten nennen diese Erkrankung „motion sickness“, übersetzt bedeutet dies nichts anderes als die Bewegungskrankheit, auch als Reisekrankheit bekannt.

Der Grund: Das Gehirn ist völlig verwirrt. Der Mensch besitzt drei Symptome, die über die Bewegung des eigenen Körpers im Raum informieren. Zum einen, die Augen. Zum anderen das Gleichgewichtsorgan im Innenohr und zudem die Druckrezeptoren im Innenohr oder Sensoren in der Haut.

Hier widerspricht das Gleichgewichtsorgan den Augen

Liefern alle drei Systeme dem Gehirn die gleiche Meldung ist alles so, wie es sein sollte. Kommt es hingegen zu widersprüchlichen Signalen, schaltet das Gehirn auf Alarmbereitschaft. Liest ein Mensch, zum Beispiel, während eine Autofahrt in einem Buch, sagen die Augen es ist alles in Ordnung, denn das ständige Abbremsen und wieder Anfahren wird von diesem System nicht wahrgenommen. Ein anderes System hingegen bemerkt die Bewegung und schon herrscht im Gehirn das reinste Chaos. Es kann zur Reiseübelkeit kommen.

Vor allem Kinder zwischen 2 und 12 Jahren sind hier enorm anfällig. Babys und Erwachsene über 50 hingegen werden eher selten reisekrank. Zudem kann die Reiseübelkeit nicht nur Menschen heimsuchen, auch Tiere sind davon allzu oft betroffen, so dass viele Vierbeiner gerne auf das Autofahren verzichten.

Auf Alkohol, Nikotin und Kaffee verzichten

Wer unter Reiseübelkeit leidet, sollte vor Reiseantritt besser auf Kaffee, Alkohol und Nikotin verzichten, denn diese drei Dinge können die Reisekrankheit noch verschlimmern. Sollte dies keine Besserung hervorrufen, können Scopalamin-Präparate helfen. Pflaster mit diesem aktiven Wirkstoff werden einfach hinter das Ohr geklebt, so dass der Inhaltsstoff die Empfindlichkeit der Hirnregionen dämpfen kann. Auch Histamin-Blocker haben sich bewährt, können allerdings auch für Müdigkeit sorgen, denn Histamin steuert auch den Schlaf-Wach Rhythmus des Menschen.

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Foto oben:pixelio.de/Margit Völtz

Foto unten:pixelio.de/Erich Westendorp

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Kategorie: Gesundheit, News

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