Trisomie-Bluttest immer noch in Kritik: Entscheidungshilfe für Schwangere oder doch Diskriminierung von behinderten Menschen?

| 16. März 2014 | 0 Kommentare

Trisomie-Bluttest immer noch in Kritik: Entscheidungshilfe für Schwangere oder doch Diskriminierung von behinderten Menschen?

Seit der Markteinführung des Trisomie-Bluttests der Firma Lifecodexx wird heftig über diese Art der Früherkennung von Erkrankungen bei Neugeborenen diskutiert. Während Kritiker hier von einer Dsikriminierung von behinderten Menschen sprechen, sagen Experten, dass diese Möglichkeit eine Entscheidungshilfe für Schwangere darstellen soll.

Mit Hilfe einer Blutprobe einer Schwangeren kann der sogenannte „Praena-Test“ beim ungeborenen Kind Trisomien 21, 18 und 13 bestätigen oder auch ausschließen. Seit der Einführung im Sommer 2012 kam dieser Test schon tausendfach zum Einsatz. Die Hälfte der Blutproben stammten aus Deutschland, aber auch in der Schweiz, Türkei , Ungarn, Belgien und Dubai nutzen Schwangere diese Möglichkeit der Früherkennung.

Trisomie-Bluttest – Ab der vollendeten 9. Schwangerschaftswoche möglich

Schwangere, die die 9. Schwangerschaftswoche bereits vollendet haben, können diesen Trisomie-Bluttest vornehmen lassen. Die Kosten von ca. 825 Euro müssen die Patientinnen aber in der Regel aus der eigenen Tasche bezahlen. Der behandelnde Frauenarzt nimmt den werdenden Müttern Blut ab und sendet ie Probe dann nach Lifecodexx ins Labor. In der Blutprobe finden sich Schnipsel des Erbguts von Mutter und Kind, so dass das Labor Erbgut aus der kindlichen DNA bestimmen kann. Vorraussetzung ist, dass der Anteil bei mindestens 4 Prozent liegt.

Experten schauen nach, ob die Menge an kindlichem Erbmaterial für ein bestimmtes Chromosom erhöht ist. So kann eine entsprechende Trisomie beim ungeborenen Kind bestimmt werden. Handelt es sich um ein Neugeborenes mit Down-Syndrom ist das 21. Chromosom, zum Beispiel, gleich dreifach vorhanden. Körperliche Auffälligkeiten, aber auch eine verminderte Intelligenz sind typisch Menschen mit Down-Syndrom.

„Panorama-Test“ und „Harmony-Test“

Aber nicht nur der „Praena-Test“ steht heute für schwangere Frauen zur Verfügung. Es gibt noch zwei weitere nicht-invasive Tests. Der „Panorama-Test“ der Firma Natera und Amedes, sowie der „Harmony-Test“ von Ariosa kamen erst im letzten Jahr auf den Markt. Diese werden allerdings in den USA ausgewertet. Lifecodexx war hier Vorreiter bei den zugelassenen nicht-invasiven Tests in Deutschland. Die Genauigkeit des Trisomie-Bluttest liegt hier bei 99 Prozent.

Kritiker sehen in diesem Test aber nach wie vor eine Diskriminierung gegenüber behinderten Menschen. Als Entscheidungshilfe für Schwangere sehen diese Experten diese Tests zur Früherkennung nicht. In den USA finden sich inzwischen Unternehmen, die bis zu 80 Parameter Blut testen können. Gendefekte, aber auch chronische Erkrankungen, wie Astham oder Rheuma können so schon beim unegborenen Leben festgestellt werden. Kommen diese Tests irgendwann nach Deutschland, befürchten die Kritiker, dass der Druck für Schwangere zu groß wird, die ohne Tests ein krankes Kind gebären.

Lifecodexx weist Kritik zurück

Die deutsche Firma Lifecodexx sieht dies anders. Schließlich sind die nicht-invasiven Tests risikofrei für Mutter und Kind. Zumal die Gesellschaft eine Zulassung gut geheißen hat. Bisher waren 98 Prozent aller Analysen unauffällig. Wären all diese Schwangeren hingegen invasiv getestet worden, hätte so manche Patientin mit einer Fehlgeburt zu kämpfen gehabt.

Ein unauffälliges Resultat bei einem Trisomie-Bluttest bedeutet zudem nicht, dass das ungeborene Kind tatsächlich gesund auf die Welt kommt. Bei ca. 4 Prozent aller Neugeborenen liegt eine erblich bedingte Erkrankung vor. Andere Erkrankungen können zudem durch Komplikationen während oder nach der Geburt hervorgerufen werden. Wobei dieser Test nur eine begrenzte Menge an Informationen liefert. (Quelle: moz.de/dpa)

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Kategorie: Gesundheit, News

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