Streitthema vorm Ethikrat: Gentests – Aufklärung und Beratung verbesserungswürdig

| 1. Mai 2013 | 0 Kommentare

Streitthema: Gen-Test bei Ungeborenen

Gentests nehmen immer weiter zu. Der deutsche Ethikrat vorder in seine Stellungnahme vom 30. April 2013 bessere Aufklärung und Beratung der deutschen Bevölkerung.

Werdende Eltern stellen sich meist während der Schwangerschaft nur eine Frage: Kommt das Baby gesund auf die Welt oder wird es mit irgendeiner Krankheit zu kämpfen haben? Nicht nur Eltern beschäftigen sich mit diesem Thema, denn gerade beim Bluttest zur Früherkennung des Down-Syndroms bei Ungeborenen scheinen sich auch die Experten hier nicht einig zu sein. Erst seit 2012 gibt es die Möglichkeit durch eine Blutabnahme Gendefekte zu erkennen, während Befürworter begeistert sind von der Treffsicherheit dieses Tests, vermuten Gegner eine Rasterfahndung, um so behinderte Embryonen abtreiben zu können.

Uneinigkeit im Deutschen Ethikrat

Auch das Deutsche Ethikrat ist sich zum sogenannten „Praena Test“ nicht einig. Besteht bei Eltern ein erhöhtes Risiko einer genetisch bedingten Erbkrankheit, will die Mehrheit dieser Experten diesen Test erlauben. Andere Mitglieder verlangen stärkere Beschränkungen. Nach Angaben des Herstellers haben diesen Test bereits 2000 Frauen in Anspruch genommen. Neben dem Down-Syndrom ist es außerdem möglich auch auf Trisomien 13 und 18 zu testen. Vor dem „Praena Test“ war es lediglich möglich Trismonien 21 zu erkennen, wobei die nötige Fruchtwasseruntersuchung einige Risiken birgt.

Sachverständige sollen nun prüfen, ob die Gesetze zur Genanalyse noch aktuell ist. Es war noch nie leichter das Erbgut eines Menschen zu durchschauen. Immer mehr Privatfirmen bieten dieses an, so dass einige Einschränkungen eventuell sogar dringend erforderlich sind. So empfiehlt der Ethikrat eine bessere Aufklärung über Nutzen und Risiken der Genforschung. Eine Internetplattform soll die Informationssuche erleichtern. Zudem soll es zur Pflicht werden, dass Gespräche vor einem Gentest zwischen Patient und Mediziner stattfindet, während bei Minderjährigen nur eingeschränkte Gentests erlaubt werden sollen.

Geschwister liegen lachend zusammen auf dem BodenFoto oben: pixelio.de/Gisela Peter

Foto unten: pixelio.de/Benjamin Thorn

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Kategorie: Gesundheit, News

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