Sport-Mythos Dehnen: Schützen Dehnübungen vor dem Sport wirklich die Muskeln?

| 22. April 2015 | 0 Kommentare
Sport-Mythos Dehnen: Schützen Dehnübungen vor dem Sport wirklich die Muskeln?

Sport-Mythos Dehnen: Schützen Dehnübungen vor dem Sport wirklich die Muskeln?

Beim Thema, Dehnübungen vor dem Sport, sind sich sogar Experten ziemlich uneinig. Auch Profi-Sportler handhaben das Dehnen in unterschiedlicher Form.

Für Trainer, aber auch Sportwissenschaftler war Dehnen eigentlich stets gerne eine leistungssteigernde Allzweckwaffe. Alle waren sich hier einig. Dehnübungen schützen vor Muskelkater und beugen sportlichen Verletzungen vor. Studien hingegen konnten dies aber weder belegen, noch befürworten.

Schnellkraft wird durch Dehnen gemindert

Es finden sich sogar Sportarten, wo Dehnübungen sogar eher kontraproduktiv sind. Vor allem bei Sportarten, wo die Schnellkraft eine Rolle spielt, wie beim Fußball, ist dies der Fall. Wobei gedehnte Muskeln auch bei Maximalbelastungen eher Schwäche zeigen.

Egal, ob beim Kraftsport, Joggen, Fußball oder Tennis, hier sollte das Dehnen stets vor der sportlichen Betätigung passieren. Dabei reicht es aber völlig aus, sporttypische Bewegungen im gemächlichen Tempo durchzuführen. Läufer sollten also in den ersten fünf Minuten langsam joggen, denn auch so kommt es zum Verletzungsschutz. Anders sieht es bei überbeweglichen Sportlern aus. Wer beim Gehen häufig umknickt und zudem unter leichten X-Beinen leidet, sollte nicht unbedingt auf Dehnübungen setzen. Beim Krafttraining hingegen gilt es die Muskeln und Sehnen vorab geschmeidiger zu machen. Hier empfiehlt es sich auf Dehnübungen ohne Gewichte zu bauen.

Hobbysportler sollten nach Gefühl Dehnübungen vornehmen

Hobbysportler, die keine Höchstleistungen vollbringen müssen oder wollen, sollten nach Gefühl ihre Muskeln dehnen. Wer sich nach dem Dehnen besser fühlt, sollte dies beibehalten. Mit Dehnübungen vor dem Sport büßt ein Sportler zwar zwei bis fünf Prozent seiner Maximalleistung ein, dies ist bei Freizeitsportlern aber kaum von Bedeutung. Ältere, aber auch gestresste Menschen sollten ruhig Dehnübungen vornehmen, denn diese machen beweglicher, gerade im Alter.

Gedehnte Muskeln bei maximaler Beweglichkeit

Anders sieht es bei Sportarten aus, die eine maximale Beweglichkeit erfordern. Beim Hürdenauf, Turnen oder bei der Sportgymnastik sollten Dehnübungen beim Aufwärmen immer zur Pflicht gehören. Dies gilt auch für Balletttänzer, Hürdenläufer oder Sportler, die diverse Kampfsportarten ausüben.

Dehnübungen schützen nicht vor Muskelkater

Das Dehnübungen vor Muskelkater schützen, ist ein Sport-Mythos. Es gibt keine Studie, die dieses belegen könnte. Dehnübungen sind von Bedeutung bei der Muskelhygiene und auch ein wichtiger Teil so mancher Sportart. Nach dem Sport kann Dehnen helfen die Muskeln zu entspannen. Während des Sports hingegen sind Dehnübungen oft angebracht, wenn sich ein Krampf ankündigt. Langfristig gesehen, verbessert das Dehnen hauptsächlich die Gelenk-Beweglichkeit. Das Dehnen aber vor Muskelkater schützt, ist eher ein Mythos.

695769_web_R_by_twinlili_pixelio.deFoto oben: Yamaoka/Pixelio.de

Foto unten: Twinlili/ Pixelio.de

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Kategorie: Gesundheit, News

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