Pubertierende haben es schwer: Zu jung für die Erwachsenenmedizin, aber zu alt für den Kinderarzt

| 19. Dezember 2013 | 0 Kommentare

Pubertierende haben es schwer: Zu jung für die Erwachsenenmedizin, aber zu alt für den Kinderarzt

Wer als Jugendlicher heute ernsthaft krank wird, kann auf ungeahnte Probleme beim Arztbesuch stoßen. Für den Kinderarzt schon zu alt, aber für die Erwachsenenmedizin noch zu jung. Kompetente Spezialisten zu finden, kann ab einem gewissen Alter für jede Menge Frustrationen sorgen.

Selbst Kinder, die mit schweren, chronischen oder unheilbaren Krankheiten zu kämpfen haben, dürfen heute mit einer Lebenserwartung rechnen. Vor einigen Jahrzehnten war dies bei einigen Erkrankungen noch undenkbar. Doch je älter Kinder werden, desto schwieriger kann eine Behandlung werden. Ab dem Teenageralter heißt es sich vom Kinderarzt zu verabschieden. Die Suche nach einem passenden Erwachsenenmediziner kann dann allerding für jede Menge Probleme sorgen.

Etwa 27 Prozent der zwischen 12 und 18 jährigen Teenager leoden heute an einer chronischen Erkrankung. Im Kindheitsalter waren diese kleinen Patienten stets gut aufgehoben und versorgt. Beim Übergang ins Erwachsenenalter kann sich dies aber ändern. Zig dieser jungen Patienten benötigen unterschiedliche Spezialisten. Diese wiederum kennen sich mit vielen Krankheiten gar nicht aus. Experten nennen dieses Problem Transition. Es fehlt an kompetenten Medizinern, die sich auch bei chronischen körperlichen oder medizinischen Problemen von pubertierenden Jugendlichen auskennen.

Zahlreiche seltene Krankheiten sind Erwachsenenmedizinern heute völlig unbekannt. Betroffene finden in ihrer Nähe oftmals keinen kompetenten Arzt, der sich mit diesem Krankheitsbild auskennt. Aufwendige Betreeungen werden zudem oft von den Krankenkassen nicht entsprechend honoriert. Zudem fällt es schwer den richtigen Kostenträger zu finden.

12.000 bis 30.000 Menschen pro Jahrgang benötigen heute einen geregelten Übergang zur Erwachsenenmedizin. So lange es sich hierbei um kleinere Patienten handelt, werden die Kinder mit geistigen oder chronischen körperlichen Erkrankungen optimal betreut. Diese pädiatrische Betreuung endet aber meist zwischen dem 18. und 21. Lebensjahr. Danach sind es meist die Eltern, die verzweifelt nach einer passenden Weiterbetreuung suchen. Jeden einzelnen Spezialisten gilt es nun zu finden, denn eine koordinierte, interdisziplinare Zusammenarbeit in der Erwachsenenmedizin gibt es meist nicht.

Viele Erwachsenenmediziner sind hier einfach nicht ausreichend ausgebildet. Auch die umfangreichen Behandlungen sprengen hier oftmals den Rahmen der Spezialisten. Zudem kommt dann auch noch die Pubertät ins Spiel. Chronisch kranke Jugendliche lassen sich nicht mher gerne in ihr Leben reinreden. Allzu oft werden Therapien einfach abgebrochen oder Medikamente nicht mehr eingenommen. Erst, wenn es zu gesundheitlichen Komplikationen kommt, erscheinen diese Patienten wieder bei ihrem behandelnden Arzt.

Rund die Hälfte der 8000 Mukoviszidose-Patienten in Deutschland sind über 18 Jahre alt. Dennoch werden viele dieser jungen Erwachsenen immer noch von einem Kinderarzt behandelt. Der Grund, ihre Erkrankung gehört noch nicht zur fachlichen Ausbildung der Inneren Medizin. Früher erlebten viele Patienten mit dieser unheilbaren Krankheit gerade einmal, dass 4. Lebensjahr, heute liegt die Lebenserwartung bereits bei 37 Jahren. (Quelle:Die Welt/Axel Springer)

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Kategorie: Gesundheit, News

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