Neue Untersuchungsergebnisse: Ein verändertes Gen kann das Schmerzempfinden vollständig abschalten

| 16. September 2013 | 0 Kommentare

Neue Untersuchungsergebnisse: Ein verändertes Gen kann das Schmerzempfinden vollständig abschalten

Ein verändertes Gen kann dafür verantwortlich sein, wenn Menschen kein Schmerzempfinden besitzen. Diese Veränderung sorgt für eine Fehlfunktion von Zellen, welche sich im Rückenmark befinden, Schmerzsignale können so nicht mehr ans menschliche Gehirn weitergeleitet werden. Die Betroffenen verspüren keinerlei Schmerzen, was nicht immer ein Segen ist, denn auch schwere Verletzungen werden oft gar nicht richtig wahrgenommen.

So mancher Schmerzpatient wünscht sich allzu oft nichts sehnlicher als schmerzfrei durchs Leben gehen zu können. Für Menschen, die dies aber tatsächlich sind, ist es oft kein Segen, sondern eher ein böser Fluch. Auch bei sehr schweren Verletzungen verspüren diese Patienten keinerlei Schmerzen, so dass dies auch schnell lebensgefährlich werden kann. Schuld an diese Schmerzfreiheit kann das Gen SCN11A sein, denn Zellen im Rückenmark beginnen zu mutieren, so dass eine Weiterleitung des Schmerzempfindens an das Gehirn unterbunden wird.

Nervenzellen funktionieren über

Ausgangspunkt für diese neue Entdeckung war eine gerade einmal 4 jährige Patientin, denn auch dieses Mädchen war völlig schmerzfrei. Mediziner stießen bei einer Untersuchung auf eine Mutation. Daraufhin wurden dann Labormäuse genetisch verändert und anschließend genau unter die Lupe genommen. Die Funktion der Nervenzellen änderte sich auch bei den Mäusen durch die herbeigeführte Mutation. Experten waren überrascht, denn die Überfunktion des Nervenkanals hätte eigentlich genau das Gegenteil bewirken müssen. Patienten, die unter einer solchen Überfunktion leiden, haben stets mit einem erhöhten Schmerzempfinden zu kämpfen.

Auch ein Junge in Schweden besitzt diese Mutation, wobei hier die Genveränderung aber nicht angeboren war, sondern ganz spontan auftrat. Die Eltern hingegen besitzen diese nicht und dennoch glauben Experten, dass der Junge diese Krankheit an seine Kinder weitergeben könnte.

Diese neuen Erkenntnisse lassen Forscher hoffen in der Zukunft ein neues Präparat herzustellen, welches dann in der Lage ist diesen Nervenkanal gezielt abzuschalten. Zudem könnte dieses Wissen eventuell auch bei anderen Erkrankungen weiterhelfen.

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Foto oben: pixelio.de/Jutta Rotter

Foto unten: pixelio.de/Günter Havlena

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Kategorie: Gesundheit, News

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