Musik und Tanz hilft Demenzkranken beim Erinnern

| 22. September 2013 | 0 Kommentare

Musik und Tanz hilft Demenzkranken beim Erinnern

In Deutschland leiden heute ca. eine Millionen Menschen an Demenz. Jedes Jahr wächst die Zahl dieser Menschen ohne Erinnerungen. Bundesweit geht eine Tanzschule in Köln jetzt einen einmaligen Weg und bringt Demenzkranken durch Musik und Tanz die Erinnerungen zurück.

76 Jahre alt ist Johannes. Er leidet, wie so viele ältere Menschen, an fortgeschrittener Demenz. Sobald Johannes aber das Tanzbein in der Kölner Tanzschule schwingen darf, ist er gut drauf und ein Außenstehender würde kaum glauben an welcher Krankheit dieser lebenslustige Mann leidet. Eigentlich hat Johannes doch eigentlich alles vergessen, an die alten Tanzschritte und bestimmte Lieder kann er sich aber dennoch erinnern. So manches Lied trällert er da textsicher mit und auch die Tanzschritte sitzen.

In regelmäßigen Abständen heißt es in der Kölner Tanzschule: Wir tanzen wieder – Tanzen für Menschen mit und ohne Demenz. Bis zu 50 Tänzer zwischen 60 und 97 Jahren schwingen hier regelmäßig das Tanzbein, alle sind stets ausgelassen und haben jede Menge Spaß. Demenzkranke, ihre Betreuer, aber auch Angehörige genießen diese Stunde immer wieder aufs Neue und auch Johannes kommt immer wieder gerne hierher.

Die erste Tanzschule für Demenzkranke

Die Kölner Tanzschule ist die Erste, die diese Möglichkeit für Demenzkranke anbietet und inzwischen sind auch andere Städte und sogar das Ausland auf diesen besonderen Tanzkurs aufmerksam geworden. Die Musik lässt längst vergessene Erinnerungen wieder aufleben und bringen so manches Langzeitgedächtnis wieder auf Trab. Durchaus bieten auch Altenheime und Gemeindesäle solche Tanzveranstaltungen an, oft ist hier der Erfolg nur mäßig, denn hier sind wohl eher die echten Profis gefragt. Ein gekonntes Anleiten und Animieren ist bei Demenzkranken besonders wichtig. So gilt es einen genauen Blick zu beweisen, denn nur so kann der Tanzlehrer feststellen, was trotz geistiger und motorischer Einschränkungen möglich ist.

Eine Entlastung für Angehörige und Pflegepersonal

Mit so einer besonderen Tanzstunde werden die geistigen und körperlichen Fähigkeiten von Demenzkranken wieder angeregt, ein positiver emotionaler Effekt wird erzielt. Musik samt Bewegung kann bei so manchem Demenz-Patienten eine maximale Stimualtion hervorrufen, wobei auch pflegende Betreuer und Angehörige voll auf ihre Kosten kommen. Hier treffen sie Gleichgesinnte, können sich austauschen und auch mal wieder etwas Abschalten, wobei natürlich auch diese Kursteilnehmer stets herzlich dazu eingeladen sein auch mal eine Runde auf das Parkett zu legen.

Alzheimer ist nicht heilbar

Über eine Millionen Deutsche leiden heute an Demenz, bis zum Jahr 2050 wird sich diese Zahl vorraussichtlich verdreifacht haben. Die Häufigste Erkrankung dieser Art nennt sich Alzheimer und ist bisher nach, wie vor nicht heilbar. Es gibt lediglich Medikamente, die bei einer frühen Diagnose, das Fortschreiten hemmen können.

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Foto oben:pixelio.de/Rainer Sturm

Foto unten:pixelio.de/Smart Wizard

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Kategorie: Gesundheit, News

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