Mehrfachvergabe der Steueridentifikationsnummer: Über 160.000 Bundesbürger sind betroffen

| 13. Februar 2014 | 0 Kommentare

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2007 bekam jeder deutsche Bundesbürger eine Steueridentifikationsnummer. Die Unverwechselbarkeit des Steuerzahlers war nun erreicht. Oder vielleicht doch nicht. Denn nun berichtet die „Süddeutsche Zeitung“, dass mehr als 160.000 Steueridentifikationsnummern mehrfach vergeben wurden. Damit ist die Unverwechselbarkeit hinfällig geworden.

 Die „Süddeutsche Zeitung“ beruht sich bei ihren Informationen auf ein Antwortschreiben des Staatsekretärs des Finanzministeriums, Michael Meister (CDU). Der Politiker hatte eine auf eine Anfrage des Steuerexperten der Linken, Richard Pitterle, geantwortet.

Daraus wurde ersichtlich, dass etwa 160.000 Steuerindentifikationsnummern mehrfach vergeben wurden. In dem Antwortschreiben von Meister heißt es, dass der Bundesregierung bekannt sei, dass es Fälle gibt in denen Personen mehrere Nummern zugewiesen bekamen. Dabei sollte die Einführung der Steueridentifikationsnummer jeden Bundesbürger unverwechselbar machen. Die ID gilt ein Leben lang und erhält bereits jeder neue Bundesbürger. Doch die Verwaltungspanne zeigt, dass Theorie und Praxis nicht immer miteinander konform gehen.

 

Von insgesamt 164.451 Fällen ist im Antwortschreiben die Rede. Passieren könnte so etwas, weil beispielsweise nach einem Auslandsaufenthalt wieder eine neue Nummer vergeben wurde, wenn die jeweilige Person nach Deutschland zurückkehrte, wie es in dem Schreiben heißt. Doch für die Betroffenen kann die Panne nicht unerhebliche Folgen haben. So wurde unter anderem bekannt, dass zwei Personen, die zwar das gleiche Geburtsdatum und Namen trugen, sonst aber keine Gemeinsamkeiten aufwiesen, eine Steuerindentifikationsnummer bekamen. Deshalb wurde einer der beiden Steuerzahler in höhere Steuerklasse eingestuft. Erst bei genaueren Nachhaken kam der Fehler ans Licht.

Doch die Behörden arbeiten bereits daran, die Verwaltungspanne zu revidieren. Nach offiziellen Angaben seien nur noch 14.000 Fälle übrig, die noch zur Bearbeitung vorliegen.

Bildquelle: Uwe Steinbrich/pixelio.de

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Kategorie: Deutschland, News

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