Künstliche Stammzellen basierte Luftröhre bei Zweijähriger erfolgreich eingesetzt

| 3. Mai 2013 | 0 Kommentare

Künstliche Stammzellen basierte Luftröhre bei Zweijähriger erfolgreich eingesetzt

Heute ist die Medizin bereits weit gekommen, nun wurde ein weiterer Meilenstein gesetzt, denn einem 2-jährigen Mädchen wurde in den Vereinigten Staaten eine künstliche Luftröhre eingepflanzt. So besteht diese aus Kunstfasern, überzogen mit Blut-Stammzellen der kleinen Hannah. Weltweit ist dies, eine sehr vielversprechende Nachricht aus der Stammzellenforschung.

Die kleine Hannah kam im August 2010 in Seoul auf die Welt. Schnell fanden Ärzte heraus, dass das Kind unter der seltenen Krankheit, Trachealagensie, litt, denn dem süßen Säugling fehlte die Luftröhre. Damit Hannah überleben konnte, legten die Ärzte ihr einen Schlauch in den Hals. Dieser verlief durch die Speiseröhre und endete in der Lunge. Damit die Magensäure nicht in die Lunge zurückfließen konnte, wurde der Schlauch Richtung Magen geschlossen, so dass eine Ernährung nur über eine Magensonde erfolgen konnte. Diese Notmaßnahme rettete Hannah das Leben, wobei allen Beteiligten klar war, dass dies kein Dauerzustand bleiben konnte.

Die Rettung der kleinen Hannah aus Seoul

Stammzellenforscher, Dr. Paolo Macchiarini, aus Stockholm, welcher bereits Stammzellen-basierte Hohlorgane implantiert hatte, wurde auf diesen Fall aufmerksam. Zum ersten Mal in der Geschichte der Stammzellenforschung sollte nun die neue Technologie an einem kleinen Mädchen ausprobiert werden. Intensive, ethische Disskusionen folgten. Da die Stammzellen, aber aus dem Knochenmark des Mädchens gewonnen werden sollten, gehörten auch diese Bedenken schnell der Vergangenheit an. Auch die Eltern der kleinen Hannah sahen hier die einzige und letzte Rettung, um ihr Kind heranwachsen sehen zu können.

Vor einem Monat wurde Hannah nun die mit Stammzellen überzogene Kunststoff-Luftröhre eingesetzt. Das Kind kann inzwischen wieder selbständig atmen und hat zudem sogar schon, mit strahlenden Kinderaugen, ihren ersten Lutscher verköstigt. Bei der mehrstündigen Operation fanden die Ärzte außerdem heraus, dass Hannah vielleicht sogar sprechen lernen kann, denn die Anlagen der Stimmbänder sind vorhanden.

Dennoch gibt es Zweifel an dem neuen Verfahren

Das Ergebnis ist überzeugend, dennoch gibt es Zweifel, denn niemand kann genau wissen, wie lange eine künstliche Luftröhre hält. Zudem könnten in der Zukunft neue Komplikationen auftreten. Bereits in der Vergangenheit wurde dieser Eingriff vorgenommen, allerdings bei erwachsenen Patienten. Zwei von ihnen sind bereits ohne ersichtlichen Grund verstorben, bei der dritten Patientin hingegen stellte sich heraus, dass das künstliche Hohlorgan instabil war.

Stammzellen-basierte künstliche Hohlorgane haben einen  großen Vorteil, sie stehen jederzeit zur Verfügung, ohne dass ein anderer Mensch dafür sterben muss. Der Nachteil, dieses künstliche Spendeorgan wächst nicht mit, so dass davon auszugehen ist, dass Hannah noch weitere Operationen über sich ergehen lassen muss. Dennoch ist dieser Fortschritt in der Medizin und in der Stammzellenforschung natürlich ein Meilenstein in der Geschichte, schließlich hat Hannah jetzt die Chance endlich Kind sein zu dürfen. Wertvolle Zeit wurde dem zweijährigen Mädchen geschenkt, was nicht nur die Eltern kaum zu hoffen gewagt haben.

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Foto oben: pixelio.de/Jenzig71

Foto unten: pixelio.de/tokamuwi

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Kategorie: Gesundheit, News

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