Hoffnung für Allergiker: Pharmaunternehmen arbeiten an Impfstoffen gegen Heuschnupfen

| 3. Mai 2015 | 0 Kommentare
Hoffnung für Allergiker: Pharmaunternehmen arbeiten an Impfstoffen gegen Heuschnupfen

Hoffnung für Allergiker: Pharmaunternehmen arbeiten an Impfstoffen gegen Heuschnupfen

Die Pollensaison ist schon seit Wochen eröffnet. Millionen Menschen niesen und kämpfen mit ihrer quälenden Allergie. Jetzt arbeiten Pharmaunternehmen auf Hochtouren an Impfstoffen, um so den Heuschnupfen zu stoppen. Schon bald könnte es eine wirksame Impfung gegen Heuschnupfen geben. Eine große Erleichterung für viele Betroffene.

Allein in Deutschland leiden ca. 15 bis 16 Millionen Menschen an Heuschnupfen. Die Zahl dieser Allergiker wächst stetig. Dies liegt zum einen daran, dass immer mehr Menschen genetisch anfällig für diese Allergie sind. Zum anderen hat sich die Zeit des Pollenflugs in den letzten Jahren stetig verlängert.

Densibilisierung braucht Zeit

Gräser- und Baumpollen fliegen vor allem im Frühling und Sommer. Diese lösen die Allergie aus. Wenden Allergiker Tabletten mit Antihistaminen an, fühlen sie sich häufig erschöpft und abgeschlagen. Eine Impfung gegen Heuschnupfen wäre eine große Erleichterung für jeden Allergiker und außerdem ein Millionengeschäft.

Gleich mehrere Pharmaunternehmen arbeiten derzeit an wirkungsvollen Impfstoffen gegen Heuschnupfen. Bereits in fünf Jahren könnte eine solche Impfung auf den Markt kommen, die dann dauerhaft Abhilfe schafft.

Heuschnupfen wird bisher mit einer Densibilisierung therapiert. In kleinen Mengen werden die Wirkstoffe monatelang dem Allergiker gespritzt. Das fehlgeleitete Immunsystem wird so stetig mit den Allergenen der Pollen konfrontiert, so dass der Körper irgendwann erkennt, dass diese harmlos sind. Das Abwehrsystem gewöhnt sich so an die Pollen, allerdings braucht diese Therapie seine Zeit.

Eine Impfung hingegen wirkt schneller. Experten der Medizinischen Universität Wien und das österreichische Pharmaunternehmen Biomay arbeiten jetzt an einen Wirkstoff mit dem Namen BM32. Dieser Stoff enthält winzige Eiweiß-Abschnitte der Allergene, die Heuschnupfen auslösen.

Dre Injektionen vor der Pollensaison, eine danach

Pollenallergene an Antikörper binden sich bei der allergischen Reaktion. In großer Anzahl vertreten, reagiert das Abwehrsystem dann hoch empfindlich auf diese Allergene. Antikörper sind dafür verantwortlich, dass Entzündungs-Botenstoffe ausgesandt werden. Die Nase schwillt an und die Augen jucken.

Inder neuen Impfung sind veränderte, allergene Eiweiße enthalten. Kleine Abschnitte davon wurden auf den Außenhüllen von Hepatitis-Viren angebracht. Wobei die Viren entschärft wurden. Als Transportmittel bringen diese dann die Eiweiß-Schnipsel zu den Immunzellen. Bestimmte Zellen werden dazu animiert eine neue, harmlose Art von Antikörper zu bilden. Werden Pollenallergene jetzt eingeatmet, werden diese von den neuen Antikörpern auf der Schleimhaut abgefangen. Die krankmachenden Antikörper gelangen nicht mehr an die Allergene.

Drei Injektionen sollen reichen, um eine Pollensaison ohne Heuschnupfen zu überstehen. Im Herbst erhält der Allergiker eine erste Injektion, um so den Winter frei von Heuschnupfen-Symptomen erleben zu können. Bevor die nächste Pollensaison an den Start geht, werden dann noch einmal drei Injektionen verabreicht. So soll über Jahre der Heuschnupfen verabschiedet werden. 2017 soll bereits die letzte Studienphase gestartet werden. Im Jahr 2020 könnte der Impfstoff gegen Heuschnupfen dann schon zugelassen werden.

699565_web_R_K_B_by_Jörg Brinckheger_pixelio.deFoto oben: Günther Richter/Pixelio.de

Foto unten: Jörg Brinkheger/Pixelio.de

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Kategorie: Gesundheit, News

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