Firma Auticon gibt Asperger-Autisten eine neue Chance auf dem Arbeitsmarkt

| 10. November 2013 | 0 Kommentare

Firma Auticon gibt Asperger-Autisten eine neue Chance auf dem Arbeitsmarkt

Was tun Eltern, wenn das eigene Kind plötzlich an Autismus erkrankt? Sie kümmern sich hingebungsvoll um ihren nachwuchs und versuchen das Beste aus der Situation zu machen. Familie Müller-Remus ging sogar noch einen Schritt weiter und entwickelte eine grandiose Geschäftsidee. So nutzt das Unternehmen Auticon jetzt die speziellen Interessen von Autisten und gibt vielen eine Chance auf dem Arbeitsmarkt.

Die Firma Auticon von Dirk Müller-Remus hat ihren Hauptsitz direkt am Bahnhof Zoo und die meisten Mitarbeiter, die hier täglich ihren Lebensunterhalt verdienen, sind Autisten. Sein Sohn, seit 2007 Asperger-Autist, brachte ihn auf die Idee ein ganz besonderes Unternehmen zu gründen. Bis zum 17. Lebensjahr entwickelte sich Ricardo prächtig, er übersprang sogar eine Klasse und galt als hochbegabt. Mit der neuen Klassenlehrerin an seiner Seite schien sich dann aber plötzlich alles zu ändern. Ricardo reagierte auf keine Anweisung, hörte die Schulglocke nicht mehr und bekam auch nicht mit, welche Hausaufgaben aufgegeben wurden.

Das sogenannte Asperger-Syndrom ist eine Entwicklungsstörung und zudem eine Form von Autismus. So kann es zu einer qualitativen Beeinträchtigung der sozialen Unteraktionen kommen, eine Beeinträchtigung der Kommunikation und zu beschränkten stereotype und repetitive Verhaltensweisen, Aktivitäten und Interessen.Ricardo überfordern besonders Geräusche. Vor allem das Läuten einer Kirchturmuhr kann für ihn zur Qual werden.

Viele Asperger-Autisten besitzen einen enorm guten Schulabschluss und zudem eine abgeschlossene Berufsausbildung, dennoch sind viele dieser Menschen arbeitslos. Dirk Müller-Remus wollte nicht, dass sein Sohn so endet und überlegte sich ein Konzept, wie er die speziellen Interessen von Autisten sinnvoll nutzen kann. Gerade die Routine im Alltag ist für viele Asperger-Autisten wichtig, ein Job gehört somit dazu. Ca. 30.000 dieser Menschen gibt es in Berlin, die Hälfte davon ist arbeitslos.

Spezielle Interessen nutzen

Die meisten Autisten interessieren sich stets für ganz spezielle Bereiche. Vor allem analytische, naturwissenschaftliche und mathematische Themen gehören hier für viele zu den Beschäftigungsbereichen Nr.1. So entstand das Konzept von Dirk Müller-Remus und somit die Idee der Firma Auticon. Dieses Unternehmen stellt ausschließlich Asperger-Autisten ein und vermittelt diese dann an andere Software-Firmen. So finden diese dann Sicherheitslücken in Programmen oder testen Codes. Große Unternehmen, wie die Telekom oder Vodafone haben schon zig Mitarbeiter von Auticon in Anspruch genommen und somit von den speziellen Fähigkeiten profitiert.

Asperger-Autisten benötigen ein geregeltes Leben, die Routine, denn Abwechslung bringt sie durcheinander. Auticon hat vielen Menschen mit dieser Form von Autismus bereits ein neues, besseres Leben beschert, wobei Dirk Müller-Remus noch nicht am Ende mit seinen Ideen ist. Er möchte noch vielen weiteren Autisten eine neue Chance auf dem Arbeitsmarkt geben.

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Foto oben: pixelio.de/ Stefanie Hofschlaeger

Foto unten: pixelio.de/segovax

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Kategorie: Gesundheit, News

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