Aids-Hilfe-Beraterin in München: Fünfmal am Tag geht es um Leben und Tod

| 2. Dezember 2013 | 0 Kommentare

Aids-Hilfe-Beraterin in München: Fünfmal am Tag geht es um Leben und Tod

Gleich fünfmal am Tag geht es bei Antje Satogo um Leben und Tod. Täglich erklärt die Aids-Hilfe-Beraterin in München einem Menschen, ob der HIV-Test negativ oder positiv ausgefallen ist. Auch im Alltag hilft sie den HIV-Patienten. Da, wo man es am wenigsten erwarten würde, stößt die junge Frau aber aber auch immer wieder auf Unverständnis.

Fällt ein HIV-Test positiv aus, muss auch die Aids-Hilfe-Beraterin Antje Satogo jedes Mal einmal tief durchatmen. Was Sie jetzt sagen muss, kommt für viele einem Todesurteil gleich. Täglich muss die junge Frau HIV-Test-Ergebnisse mitteilen, negative wie positive. Nur ein Tröpchen Blut entscheidet hier über ein normales, gewöhnliches Leben oder ob die Welt zusammenbricht. Natürlich hilft Antje aber auch zerstörte Welten wieder aufzubauen.

Sie erklärt den Klienten die Behandlungsmöglichkeiten, gibt Hoffnung und hilft auch gerne im Alltag atkraäftig mit. HIV ist zwar immer noch nicht heilbar, aber dennoch kein Todesurteil mehr. Aids lässt sich inzwischen mit einer chronischen Erkrankung vergleichen. Seit 12 Jahren ist Antje Satogo in diesem Job. Täglich hat sie 5 Klienten. Jährlich sterben ca. 10 HIV-Infizierte der gesamten Münchener Aids-Hilfe an dieser Infektion.

Während einige durchaus gelassen auf ihr positives Testergebnis reagieren, brechen andere Klienten emotional total zusammen. Oft sind es aber die Angehörigen, die nicht wissen wie sie mit dieser Krankheit umgehen sollen. Noch immer gibt es Menschen, die glauben sie könnten sich durch einen Händedruck oder eine Umarmung anstecken. Natürlich völliger Unsinn und gerade deshalb versucht Antje Satogo stets ihre Klienten mit einem festen Händedruck zu begrüßen und auch wieder zu verabschieden. Dabei süielt es keine Rolle wie das Testergebnis ausgeafallen ist.

Ärzte grenzen aus

Einige HIV-Patienten benötigen Hilfe bei Behördengänge, auch manchmal einfach nur eine Schulter zum Anlehnen und Ausweinen. Auch hier hilft die Aids-Hilfe-Beraterin gerne weiter. Gerade Arztbesuche entpuppen sich aber immer wieder als kleine Katastrophen im Alltag eines HIV-Infizierten.Da, wo man meinen sollte, dass die Menschen mit dieser Krankheit umgehen können, kommt es immer wieder zu Ausgrenzungen. So mancher Zahnarzt hat da schon einen Patienten mit HIV nach Hause geschickt aus Angst sich anzustecken. Für Antje Satogo völlig unverständlich.

Aber auch sie selbst trifft nicht immer nur auf verständnisvolle Menschen. Ihr Job kommt nicht immer gut an. Viele verstehen nicht, warum Antje sich täglich mit HIV, Aids, schwule Männer und Co beschäftigen muss. Antje Satogo ist dennoch mit Leib und Seele Aids-Hilf-Beraterin und möchte nichts anderes machen.

Schwule Männer trifft es immer noch am häufigsten. Von den 78.000 HIV-Infizierten in Deutschland sind 50.000 Homosexuelle.

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Foto oben: pixelio.de/Rike

Foto unten: pixelio.de/Tomzik

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Kategorie: Gesundheit, News

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